Zeitarbeit oder Leiharbeit? Welche Bezeichnung ist korrekt?

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Die Begriffe „Leiharbeit“ und „Zeitarbeit“ werden oft synonym verwendet. Jedoch deuten sie auf ein unterschiedliches Verständnis der Arbeitnehmerüberlassung hin. Obwohl beide Begriffe dasselbe meinen, hat der Begriff Leiharbeit einen etwas negativen Beigeschmack. Doch warum ist das so? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Der Begriff Leiharbeit unterliegt einem sogenannten politischen Framing. Doch was heißt das konkret? Framing geschieht dann, wenn mit bestimmten Wörtern bestimmte Bilder und Vorstellungen assoziiert werden, die meistens negativ behaftet sind. Durch Framing kann z.B. beeinflusst werden, mit welchen Eigenschaften wir bestimmte Personengruppen oder Berufe in Verbindung bringen. Auch in der Personaldienstleistungsbranche gibt es einige Begriffe, die einem solchen politischen Framing unterliegen: Leiharbeitnehmer, Verleiher und Entleiher.

Leiharbeit – ein diskriminierender Begriff?

Mit dem Begriff der Leiharbeit werden negative Assoziationen geweckt, die auf die gesamte Zeitarbeitsbranche abfärben. Um dem entgegenzuwirken, wurde der Begriff Zeitarbeit etabliert. Dabei waren es vor allem die Arbeitgeberverbände wie z.B. der iGZ, der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, die diesen Begriff prägten. Jedoch werden im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) immer noch die Begriffe Leiharbeitnehmer, Verleiher und Entleiher verwendet. Das hat zur Folge, dass sich „Leiharbeit“ nicht nur im juristischen, sondern auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verankert hat. Umgangssprachlich werden daher häufig diese Begriffe verwendet.

Doch was bedeutet der Begriff Leiharbeit überhaupt und was ist der Ursprung hinter den negativen Assoziationen, die mit dem Begriff verbunden werden? Nach §598 im BGB bezeichnet eine „Leihe“ den Vorgang, Gegenstände über einen gewissen, festgelegten Zeitraum unentgeltlich an jemanden zu dessen Nutzung abzugeben bzw. zu verleihen. Endet der zuvor festgelegte Zeitraum, wird der Gegenstand wieder an den Eigentümer, den Verleiher, zurückgegeben.

Juristisch betrachtet ist der Begriff Leiharbeit daher schlichtweg falsch. Arbeitnehmer im Modell der Arbeitnehmerüberlassung werden durch Verwendung dieses Begriffs als Leihobjekte bezeichnet und dadurch diskriminiert sowie stigmatisiert. Zeitarbeitnehmer sollten in einem Unternehmen stattdessen genauso wertgeschätzt werden wie fest angestellte Arbeitnehmer. Schließlich tragen beide zum Erfolg des Unternehmens bei – egal ob sie über einen externen Personaldienstleister nur für eine bestimmte Zeit für das Unternehmen arbeiten oder ob sie fest in dem Unternehmen angestellt sind.

Zeitarbeit – Arbeiten auf Zeit

Zurecht verliert der Begriff Leiharbeit immer mehr an Zuspruch und im allgemeinen Sprachgebrauch ist heutzutage hauptsächlich von Zeitarbeit die Rede. Der Begriff Zeitarbeit ist nicht nur treffender und angemessener, er geht auch mit den international verwendeten Begriffen einher: „temporary work“ (Englisch), „travail temporaire“ (Französisch) oder „trabajo temporal“ (Spanisch). All diese Bezeichnungen gehen von der Arbeit auf Zeit aus – wie der Begriff Zeitarbeit. Der Begriff sollte an dieser Stelle noch einmal differenziert betrachtet werden. Zeitarbeit bedeutet also nichts anders als „Arbeiten auf Zeit“. Das heißt konkret, jemand der Arbeit sucht, schließt einen ganz normalen Arbeitsvertrag mit einem Personaldienstleister. Der Zeitarbeitnehmer ist dann fest bei dem Personaldienstleister angestellt und bezieht von diesem sein festes Gehalt – er wird nur zeitlich befristet bei einem Kundenunternehmen eingesetzt.

Leiharbeit ist nicht mehr zeitgemäß – Zeitarbeit gesellschaftlich anerkannt

Zeitarbeit ist seit Jahren fest im deutschen Arbeitsmarkt verankert und wird als eine moderne und flexible Form der Arbeit angesehen. Sowohl politisch als auch gesellschaftlich ist die Beschäftigungsvariante anerkannt und aus der Personalplanung großer Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Personaldienstleiser haben sich das Ziel gesetzt, Arbeitssuchenden einen sicheren Arbeitsplatz mit Perspektive und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Gleichzeitig möchten sie den Kundenunternehmen gerecht werden und diese unterstützen, passendes Personal auf vakante Stellen zu finden.

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